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"Shelter under the trees. Beautiful scene. The thunderstorm is passing by." Tusche, Acryl, 100 x 120 cm, 2021
"Shelter under the trees. Beautiful scene. The thunderstorm is passing by."
Tusche, Acryl, 100 x 120 cm, 2021
"linger at the forest seam" Tusche, 100 x 120 cm, 2021
"linger at the forest seam"
Tusche, 100 x 120 cm, 2021

"Einsamkeit suchen die Menschen auf ländlichen Fluren, am Meeresufer, in den Bergen; und auch deine Seele sehnt sich immer lebhaft danach. Doch einer wie beschränkten Ansicht entspringt dieser Wunsch! Kannst du doch, so oft du nur willst, dich in dich selbst zurückziehen. Gibt es doch nirgends eine stillere und ungestörtere Zufluchtsstätte als die Menschenseele, zumal wenn sie in sich Eigenschaften birgt, deren Betrachtung eine harmonische Seelenstimmung hervorruft; diese aber kann nur aus edler Sittlichkeit entstehen. Recht oft drum gönne dir diese Seeleneinsamkeit, und verjünge dich so selbst. Einfach aber und kurz seien die Grundsätze, die genügen werden, deine Seele heiter zu stimmen und dich, fern von allem Unwillen, wieder in die Welt zurückzubegleiten, die du ertragen mußt. Worüber solltest du auch unwillig sein? Über der Menschen Schlechtigkeit? Aber denke doch an den Grundsatz, daß Verträglichkeit ein Teil der Gerechtigkeit ist und daß die Menschen unfreiwillig fehlen und dann, wie viele händelsüchtige und argwöhnische, feindselige und haßerfüllte Menschen schon im Tode erstarrt und zu Asche geworden sind! Also, weg mit deinen Sorgen!"
Marc Aurel "Selbstbetrachtungen", Viertes Buch

"The green hills. The morning is beautiful. #1" Öl auf Leinwand, 100 x 150 cm, 2021
"The green hills. The morning is beautiful. #1"
Öl auf Leinwand, 100 x 150 cm, 2021
"The green hills. The morning is beautiful. #2" Öl auf Leinwand, 100 x 150 cm, 2021
"The green hills. The morning is beautiful. #2"
Öl auf Leinwand, 100 x 150 cm, 2021

"Da sieh hin, wie schnell alles ins Grab der Vergessenheit sinkt, sieh hin auf den unermeßlichen Abgrund der Zeit vor dir und nach dir, mache dir klar die Nichtigkeit des Lobgetöns, die Wandelbarkeit und Urteilslosigkeit derer, die dir Beifall klatschen, und die Enge des Raumes, der deinen Ruhm umfaßt! Ist doch die ganze Erde nur ein Punkt im All, und welch kleiner Winkel auf ihr ist deine Wohnung? Und hier, wie viele sind es, die dich preisen, und wer ist's? Darum denke daran, dich in das Gebiet, das kleine, das du selbst bist, zurückzuziehen und vor allem: Zerstreue und überreize dich nicht, bleibe frei und sieh die Dinge an wie ein Mann, wie ein Mensch, wie ein Bürger – wie ein sterbliches Wesen. Unter den Wahrheiten aber, die du immer zur Hand haben sollst, merke dir vor allem zwei: Erstens, daß die Außenwelt deine Seele nicht berühren kann, sondern immer unbeweglich draußen steht, also Störungen deines inneren Friedens nur aus deiner Einbildung entstehen, und zweitens, daß alles, was du siehst, sich gar schnell verändert und nicht mehr sein wird. Und wie viele Veränderungen Augenzeuge bist du nicht selbst schon gewesen? Die Welt ein ewiger Wechsel, das Leben ein Wahn!"
Marc Aurel "Selbstbetrachtungen", Viertes Buch

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Meine Malerei und Grafik bewegt sich stetig an der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, wobei in erster Linie die Natur bis hin zur ihren kleinsten strukturellen Einheiten als indirekter Motivlieferant und Inspirationsquelle fungiert.

Für mich und die Betrachter meiner Bilder will ich dabei besonders Eines – Natur bewusst und auf subtile Art neu erfahrbar machen. Daran ist die Hoffnung geknüpft, auch den Blick für Vorhandenes, unmittelbar vor uns Liegendes jedoch oft Übersehenes sensibilisieren zu können

Nicht die Ferne ist folglich Ziel oder Ausgangspunkt, sondern das Verständnis für die Welt als eine Form des Mikrokosmos, der vor uns liegt und gedanklich wie gefühlsmäßig entdeckt werden kann und will. Wandelbare Realitäten haben ihre Zeichen hinterlassen, natürliche Formen und Prozesse sich wie Chiffren auf den Flächen eingeprägt.

Ästhetische Reize, Merkwürdigkeiten, Widersprüche, die den natürlichen Ressourcen innewohnen, machen das spannungsreiche Potential der Motivwelt aus, auf welches sich meine künstlerische Tätigkeit stützt. Wiederholt greife ich dabei auch auf Details zurück, wie Wurzeln, Böschungen, Baumstämme oder Tierkadaver, alte Rohre, Abfall, Müll, Schrott, die in Verbindung mit persönlichen Stimmungen und aufgesogenen atmosphärischen Eindrücken dann im Bild zu einer eigenen Formensprache finden. Weitere Reizpunkte sehe ich vor allem im Agieren an der Grenze zum (Wieder)Erkennbaren, an der sich spannungsreiche Kontraste von fester und auflösender Form, homogener und kontrastierender Farbnuancen, von organischen Details und atmosphärischen Stimmungen, von räumlichen Ausschnitten und zeitlichen Dimensionen, von Konkretem und Imagination auftun. Auf diese Weise können Assoziationsspielräume entstehen, die zwischen Phantasie, Erinnerung und auch Kritik changieren.

My painting and graphics are constantly moving on the borderline between concreteness and abstraction, whereby nature, right down to its smallest structural units, functions first and foremost as an indirect source of motifs and inspiration.

For me and the viewers of my paintings I want one thing in particular – to make aware of and experience nature in a new and subtle way. I hope to sensitise the eye to what exists and, although directly lying in front of us, often being overlooked.

Consequently, it is not the distance that is the goal or the starting point, but the understanding of the world as a form of the microcosm that lies ahead of us and that can and wants to be discovered both intellectually and emotionally. Changeable realities have left their mark, natural forms and processes have become engraved on the surfaces like ciphers.

Aesthetic stimuli, oddities, contradictions inherent in natural resources make up the exciting potential of the world of motifs on which my artistic activity is based. Repeatedly I resort to details like roots, embankments, tree trunks or animal carcasses, old pipes, garbage, scrap metal which in connection with personal moods and absorbed atmospheric impressions find their own language in the picture. It is precisely the perceptible tension that develops between real and imagined images that stimulates me to this form of painting and graphic art. I see further points of attraction above all in acting at the border of the (re)recognizable, where exciting contrasts of fixed and dissolving form, homogeneous and contrasting colour nuances, of organic details and atmospheric moods, of spatial sections and temporal dimensions, of practice and imagination open up. In this way, the space for associations can be created that oscillates between fantasy, memory and also criticism.